Je mehr du aus Liebe erträgst, desto weniger Angst hat der andere, dich zu verlieren.

Das ist eine der schmerzhaftesten Dynamiken, die in einer Beziehung entstehen können.
In modernen Beziehungen gibt es ein seltsames Paradox:
Je mehr ein Mensch bereit ist, aus Liebe zu ertragen, desto häufiger wird seine Geduld als selbstverständlich angesehen.
Sein Schweigen wird als Schwäche interpretiert, seine Zugeständnisse als mangelnde Charakterstärke und seine Bereitschaft zu vergeben als Unfähigkeit, für sich selbst einzustehen.
Nach und nach gewöhnt sich der eine daran, dass ihm alles erlaubt ist. Und der andere daran, dass die Verantwortung für den Erhalt der Beziehung allein auf seinen Schultern liegt – unabhängig davon, wie viel Schmerz ihm dabei zugefügt wird.
Irgendwann wird aus einer Beziehung eine Geschichte über die Bedürfnisse des einen und die endlosen Kompromisse des anderen.
Und das Tragische daran?
Der Mensch, der am meisten für die Beziehung kämpft, verliert dabei manchmal sich selbst.
Vielleicht liegt genau darin eines der größten Probleme moderner Beziehungen:
Wir denken zu viel darüber nach, was wir selbst verdienen, und fragen uns viel zu selten, was der Mensch an unserer Seite verdient.
Liebe sollte niemals bedeuten, dass du dich selbst aufgeben musst, damit jemand anderes bleibt.




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